Das Vocalensemble CAMERATA VOCALE HESSEN ist ein von Christof Becker gegründetes Ensemble, das in kleiner Besetzung Werke zur Aufführung bringt, deren Provenienz nicht den großen Oratorienbesetzungen entspricht. Neben Motetten aus verschiedenen Epochen brachte das Ensemble z.B. auch die Weihnachtshistorie von Schütz, Kantaten von Bach und die Missa Inventionis Sanctae Crucis von Joh. Caspar Ferd. Fischer zur Aufführung. Letztere erklang beim Schlusskonzert der Tage für Alte Musik 2006 in der Marienstiftskirche Lich. Das Ensemble arbeitet Projektbezogen und besteht aus erfahrenen Sängerinnen und Sängern, die sich gerne auf anspruchsvolle Chorarbeit einlassen. Kontakt und Infos auch hinsichtlich des Vorsingens über Kantor Christof Becker.
Ausdruck tiefsten Glaubens - Gießener Anzeiger - 06.09.2011
Großartige Darbietung: „Camerata Vocale Hessen“ singt Marienvesper in Lich
Von Klaus-J. Frahm
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„Jungfrau auserkoren, ohne Sünd’ geboren, uns von Schuld befreie, Hilfe uns verleihe.“ Voller Inbrunst erklangen die Bitt- und Preisgesänge der Marienvesper in der Marien-Stiftskirche in Lich. Die Besucher erlebten eine Darbietung, die die Atmosphäre eines Barockgottesdienstes in unsere Zeit holte.
Claudio Monteverdis „Vespro della Beata Vergine“ (Marienvesper) gehört zu den bedeutendsten Werken der Kirchenmusik und ist wegen ihrer venezianischen Klangpracht ein musikalisches Erlebnis. 1610 geschrieben und vermutlich 1613 uraufgeführt geriet die Marienvesper später in Vergessenheit und wurde im Jahr 1932 neu entdeckt. Wegen seiner anspruchsvollen Komposition und der Besetzung mit alten Kirchenmusikinstrumenten ist die Marienvesper in den Konzertsälen und Kirchen nicht häufig zu hören.
Zur 500-Jahr-Feier der Marien-Stiftskirche Lich studierte Marien-Stiftskantor Christof Becker das Werk mit dem von ihm gegründeten Vokalensemble „Camerata Vocale Hessen“ ein. Für die instrumentale Begleitung gewann Becker eine „Capella instrumentalis“, die auf alten Instrumenten oder Nachbauten spielt.
Musik zwischen Renaissance und Barock - Gießener Allgemeine - 06.09.2011
Lich (jou). Die »Camerata Vocale« Hessen widmete sich am Sonntag gemeinsam mit der Capella Instrumentalis, verstärkt durch Solisten, einem höchst anspruchsvollen, hörenswerten Werk: Claudio Monteverdis »Marienvesper«. Gleichwohl war die Marienstiftskirche leider nicht voll besetzt.
Vielleicht schreckte der wenig vertraut erscheinende Stil zwischen Renaissance und Barock manche Besucher ab – zu Unrecht, wie sich zeigte, war die Komposition doch in ihrer klaren Sprache durchaus zugänglich und zeugte von künstlerischer Experimentierfreude und Weitsicht. Vieles ist bei der auf Psalmen Davids, dem Hohelied Salomons, dem Magnificat und freier Motettendichtung basierenden, 1610 veröffentlichten »Marienvesper« ungeklärt. Nicht einmal, in welcher Form sie aufgeführt wurde, ist überliefert, auch die Besetzung lässt den Musikern Freiräume. Das vorzügliche historische Instrumentarium – neben Streichern, Orgel/Cembalo und Theorbe je drei Zinken und Posaunen – fügte sich ein in ein behutsames, stilgetreues interpretatorisches Gesamtkonzept. Sehr transparent sang der Chor den Psalm 112 »Laudate pueri«; Textwiederholungen unterstrichen die Aussage. Die Kontraste in Bewegungscharakter und Dynamik arbeitete das Ensemble unter der sorgfältigen Leitung von Kantor Christof Becker lebendig heraus. Auch die Solisten – Simone Schwark und Agnes Kovacs (beide Sopran), Ralf Petrausch und Christian Dietz (beide Tenor) sowie Daniel Starke (Bariton) – gefielen insgesamt durch kristallene, harmonisch aufeinander abgestimmte Gesangsweise und erzeugten dank großer Flexibilität einen selbst bei dichtesten Melismen natürlich wirkenden melodischen Fluss.
4.9.2011 um 19.00 Uhr - Marienvesper
Herzliche Einladung
zur Aufführung der
"Marienvesper" von Claudio Monteverdi
am 4.9.2011 um 19.00 Uhr
Monteverdis „Vespro della Beata Vergine“ datiert man auf das Jahr 1610, und die Widmung an Papst Paul V. lässt vermuten, dass der vom Mantuaner Hof enttäuschte Komponist sich damit für die Stelle des Musikchefs an St. Peter beworben hat. Daraus wurde bekanntlich nichts, dafür klappte es 1613 an San Marco in Venedig, wo Monteverdi bis zu seinem Tod wirkte.
All das ist nicht ganz sicher. Sicher ist, dass sich das frühe geistliche "Monumentalwerk“ seit seiner Neuentdeckung 1932 zu einem Standardwerk der Musica sacra entwickelt hat. Diese venezianische Klangpracht zieht Musiker, wie Hörer in den Bann.
Mut des Kantors zum gestalterischen Risiko – Giessener Allgemeine vom 6.12.2010
Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach am Samstag in der
Marienstiftskirche hatte viele starke Momente
Viele starke Momente hatte die Aufführung der Kantaten eins und vier bis sechs des „Weihnachtsoratoriums“ von Johann Sebastian Bach am Samstag in der Marienstiftskirche. Schon der Beginn ließ aufmerken: Kantor Christof Becker dirigierte das „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ mit spürbarer Hingabe, voller Elan. Die Camerata vocale Hessen und das Reußlische Kammerorchester aus Gera gefielen durch nicht zu gewichtigen, vielmehr elegant leichten Vortrag, achteten dabei auf vorantreibenden Fluss. Eine in den weiten musikalischen Bögen sehr ansprechenden, klanglich transparente Interpretation.
Bachs Weihnachtsoratorium in schwingender Leichtigkeit: Licher Aufführung unter Leitung von Christof Becker meistert Herausforderung - Giessener Anzeiger - 06.12.2010
Wem Traditionen etwas bedeuten, für den ist Bachs Weihnachtsoratorium ein Muss wie der Christbaum oder das Festessen. „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage….“ Dazu die Pauken. Das geht unter die Haut, das ist für viele Weihnachten.
Die Auswahl ist beim Weihnachtsoratorium groß. Es gibt zahllose CD-Einspielungen mit den bedeutendsten Musikern unserer Zeit. Das Ambiente eines Kirchenraums können sie allerdings nicht ersetzen. Daher sind die Aufführungen des wohl bekanntesten Oratoriums meist gut besucht.
In der evangelischen Marienstiftskirche in Lich waren am Samstag die Kantaten 1 und 4 bis 6 unter der Leitung von Kantor Christof Becker zu hören. Vor Jahren wurden bereits alle sechs Kantaten in der damals überfüllten Kirche aufgeführt. Diesmal blieben Plätze leer.
Dass Becker mit der ersten Kantate begann, war den Erwartungen der Zuhörer geschuldet. Der Kantor schätzt besonders die Kantaten vier bis sechs, die zu selten zu hören sind. Bach hat sie 1735 komponiert, die ersten drei ein Jahr früher.
In der Marienstiftskirche sang die „Camerata Vocale Hessen“, ein von Christof Becker gegründetes Ensemble, das in kleiner Besetzung Werke zur Aufführung bringt, deren Provenienz nicht den großen Oratorienbesetzungen entspricht.
Obgleich die A-cappella-Literatur ein reizvolles Genre für das Vokalensemble darstellt, bedeutet es eine sängerische Herausforderung, das Weihnachtsoratorium in einer kleinen Kammerbesetzung zu meistern.
Das ist hervorragend gelungen. Der Chor hielt jederzeit die Balance zwischen dem Orchester und den Solisten. Er drängte sich nicht in den Vordergrund, wie es gelegentlich bei Aufführungen mit großen Chören geschieht. Die „Camerata Vocale“ demonstrierte eindrucksvoll das Ergebnis anspruchsvoller Chorarbeit. Herausragend war die Textverständlichkeit.
Beckers Interpretation hatte zum Ziel, die Leichtigkeit, das „Schwingende“ der Musik, herauszuheben. Das ist hervorragend gelungen.





