Alternative zu Bach: Begeistert applaudierende Zuhörer bei Herzogenbergs „Geburt Christi“ mit der Licher Marienstiftskantorei
Eine Alternative zu Bachs gerne aufgeführtem Weihnachtsoratorium bot die Marienstiftskantorei in Lich den zahlreich erschienenen und begeistert applaudierenden Zuhörern am 4. Adventsonntag: „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg vereinte unter der Leitung von Kantor Christof Becker die stimmungsvollen Gesänge eines gekonnt agierenden Chors mit den erfrischenden Stimmen des Knaben- und Mädchenchors zu einem großen Gesangsensemble zu dem die Solisten Cornelia Muth (Sopran), Susanne Kraus-Hornung (Alt), Christian Dietz (Tenor) und Wolfgang Weiß (Bass) hinzutraten. Zuverlässige Unterstützung bekamen die Licher Sänger durch das Hinterländer Männerensemble und die Musiker des Uniorchesters Gießen.
Eigentlich erdachte Herzogenberg (1843 bis 1900), der in Leipzig und Berlin wirkte und unter anderem mit Brahms eng befreundet war, sein Oratorium als die Verbindung eines Konzertes mit gottesdienstlichen Elementen, bei denen auch die Zuhörer in den Choralgesang integriert sein sollten. Doch die Licher hatten sich gegen diese Form der Einbeziehung entschieden und verließen sich völlig auf das mitreißende Naturell des romantischen Oratoriums, das mit einfacher, doch feinsinnig gestalteter Stimmführung und durchsichtiger Linienführung eine erstaunliche Satzvielfalt offenbarte.





Lich (dw) Draußen rieselte leise der Schnee, als am Sonntagabend in der Marienstiftskirche das romantische Oratorium »Die Geburt Christi« von Heinrich von Herzogenberg zahlreiche Besucher auf Weihnachten einstimmte. Mit dem relativ unbekannten Oratorium präsentierte Marienstiftskantor Christof Becker ein Werk, das sich durch zarte Linienführung und feine Klangschattierungen auszeichnet und das etliche bekannte Weihnachtslieder integriert.