Herbstkonzert des Licher Posaunenchores - Gießener Allgemeine - 31.10.2010

Lich (ang).Der Licher Posaunenchor gab unter Leitung von Dr. Richard Laubach ein Herbstkonzert in der Marienstiftskirche.	(Foto: ang) Majestätisch eröffnete der Posaunenchor der evangelischen Marienstiftsgemeinde unter der Leitung von Richard Laubach am Samstag sein Herbstkonzert. »Zur Feier des Tages« von Peter Janka erwies sich als gelungenes Motto für die besinnliche Stunde unter dem gotischen Gewölbe.

Der Licher Posaunenchor gab unter Leitung von Richard Laubach ein Herbstkonzert in der Marienstiftskirche.
Mit einem weltlichen Stück setzte das Ensemble sein Programm fort. In »Yesterday« von Paul McCartney ließ man die Vergangenheit daherfließen, um im nächsten Stück tief in die Renaissance abzutauchen. Eine Pavane von Tielman Susato ließ den Musikern Raum zu würdevollem Stil. Die folgende Ronde »Mon amie« vom selben Komponisten verlangte monumentale Harmonien, die in der Akustik des großen Kirchenschiffs besonders gut zur Geltung kamen. Die Musik aus der ventillosen Zeit der Trompeten stand im Gegensatz zur barocken Feierlichkeit eines Marsches von Georg Friedrich Händel. Ein »Bonbon« für das tiefe Blech waren die »Villanella II und III« von Jakob Regnart. Tänzerisch sorgten die großen Blasinstrumente für eine Einlage, während das hohe Blech Pause hatte. »Wir wandeln im Licht des Herrn« auch unter dem Titel „Siyahamba“ bekannt, machte Publikum und Posaunenchor gleichermaßen Spaß. Telemanns »Sanftmut« floss ebenso leichtfüßig daher wie die eingängige Melodie von »Home on the range« von Daniel E. Kelly. Eine »Festliche Intrade« des Thomas Riegler geriet zum akustischen Erlebnis. Der Hall der Marienstiftskirche unterstützte den festlichen Glanz der obertonreichen Instrumente. Die tiefen Register, die im Mittelteil das Motiv solistisch übernahmen, sorgten für einen interessanten Klangkontrast.

Ein »Notturno« aus Mendelssohns Sommernachtstraum passte glänzend zu einer Bearbeitung von »Strangers in the night« von Bert Kaempfert. Interessant gestaltete der Chor Variationen zu einem Menuett aus Händels »Wassermusik«. Die Lustfahrt des britischen Königs Georg I. auf der Themse ging langsam in den Kirchenchoral »Lobet den Herren« von Joachim Neander über. Verabschieden wollte man sich mit »La Montanara« von Toni Ortelli und einer Bearbeitung des irischen Reisesegens. Doch das begeisterte Publikum ließ den Chor nicht ohne Zugaben von der Bühne.